In Zaleszczyki (Woiwodschaft Tarnopol) lebten sehr viele Juden1. Es hat ihnen die Familie Grzesiowski geholfen. Sie hat ihnen die Pakets mit Essen gebracht und die (z.B. Beschneidung) feiernden Personen mit den Geschenken beschert.

Es war Herbst 1941, als Julian Grzesiowski vom Landkommissar den Befehl erhielt, das Geschäft „Nur für Deutsche“ zu führen. „Die Familie hat ihr Vermögen in Bezug auf den beabsichtigen Umzug aus Zaleszczyki nach Jarosław […] aufgrund der unruhigen Bewegungen der Ukrainer gepackt. Während des damals durchgeführten Gesprächs hat der Landkommissar zum Vater von Julian, der die Befehlausführung verweigert hat, gesagt: »Dann entscheide: Oświęcim oder die Führung des Geschäfts«. Aus diesem Grunde mussten wir in Zaleszczyki bleiben”2. Neben dem Geschäft für die Deutschen hat die Familie Grzesiowski das größte Geschäft für sonstige Leute in der Gegend betrieben.

Eines Tagen kam ein Mann der jüdischen Herkunft zum Geschäft „Nur für Deutsche”. Er brauchte die Produkte, um eine Torte für die Deutschen zu backen. Julian hat ihm nichts verkauft, da es streng verboten war. Nach einer kurzen Zeit kam ein Gendarm zu Julian. Er wurde von demselben Juden begleitet, dem Grzesiowski den Verkauf von Produkten verweigert hat. Der Mann hatte einen Korb voller Einkäufe mit. „Der Deutsche sagte zu dem Vater: »Du hast es ihm gegeben!« – Der Vater hat es verneint. Und der Jude sagte: »Es hat mir die Ehefrau von diesem Mann gegeben «. Der Deutsche sagte dann: »Dann muss ich euch erschießen, nimm eine Schaufel mit«”3. Der Deutsche hat Juliana hinter das Haus geführt. In der Seitenstraße befand sich eine Abwassergrube. „Der Vater begann, ein Grab für sich auszuheben, und die Familie, die im I. Geschoß wohnte, wusste nichts davon”4. Die Zeit hat sich in die Länge gezogen und der Deutsche war immer ungeduldiger. Zu einem Zeitpunkt hob er das Gewehr und hat es entsichert. Er zielte gerade in den Kopf von Julian Grzesiowski, der den Atem des Todes spüren konnte. […] Mit der rechten Hand hat er in die linke Jackentasche gegriffen und mit der plötzlichen Bewegung den schwarzen Rosenkranz aus Holz herausgezogen und gerufen: »Jesus! Maria! Joseph! – rettet mich«”5 – zu diesen Zeitpunkt fiel der Schuss. „Der Vater hat den Kopf gehoben und sah den wie eine Wand weißen Deutschen mit geglotzten Augen, dem geöffneten Mund und dem in seinem Gesicht ausgedrückten Entsetzen. Nach einer Weile wurde er wieder wach und hat den Vater auf den Kopf geschlagen”6. Auf die Frage, ob Julian gesehen hat, wie der Jude das Essen bekommen hat, wurde die verneinende Antwort gegeben. „Wenn du das nicht gesehen hast, ist es gut. Jedoch, wenn jemand es gesehen hat, dann werdet ihr nach Oświęcim ausgeführt”7 – sagte der Gendarm. Nach diesem Ereignis hat die Familie Grzesiowski weiter den Juden geholfen und mit ihnen das Essen geteilt.

Julian hat noch 50 Jahre lang gelebt, immer mit dem Rosenkranz in der Tasche. Er ist bei seiner Familie als Andenken an die glückliche Rettung erhalten geblieben.

Literaturverzeichnis:

  1. FLV, Brief von Teresa Zioło-Skałecka [Enkelin], [keine Datumsangabe].